Interview mit Marie

1. Warum hast du dich entschieden Freiwillige in einer Schule mit Deutschprofil zu werden?


Marie: In der Schule hatte ich Probleme Englisch zu lernen. In der 11. Klasse hatte ich sehr schlechte Noten, deshalb habe ich bei einem Projekt mitgemacht. In diesem Projekt habe ich eine Woche lang mit englischen Muttersprachlern zusammen gelacht, gekocht, gespielt, gemalt und gemeinsam Musik gemacht. Das hat mir gezeigt, dass man anders eine Sprache lernen kann, als in der Schule.

Und danach wollte ich Schüler mit Deutsch, also meiner Muttersprache, genauso helfen. Und deshalb bin ich jetzt hier.



2. Wie war es herauszufinden, dass du in Rumänien leben wirst?


Marie: Ich habe mir nicht Rumänien ausgesucht. Ich mache meinen Freiwilligendienst mit einer Organisation. Und diese hat mir dieses Angebot mit Craiova geschickt.

Deshalb war ich zuerst sehr erleichtert überhaupt ins Ausland gehen zu dürfen (wegen Corona). Und dann kam die Freude nach Rumänien gehen zu können. Aber ich hatte bis dahin keine Erwartungen und Vorstellungen an Rumänien.

3. Wie findest du das "National Colegul Elena Cuza"? Wie war deine bisherige Erfahrung mit den Schüler hier?


Marie: Die Schule, die Lehrer und auch die Schüler haben mich in die Schulgemeinde wunderbar aufgenommen. Ich verstehe mich sehr gut mit den Schülern. Wir machen zusammen Projekte, wie die deutsche Schülerzeitung (Klasse 9-12) oder International German (Klasse 10). Es ist toll mit den Schülern über Musik, Kunst, Rumänien und Deutschland zu reden und zusammen zu lachen.

Manchmal unternehme ich auch was mit ein paar Schülern, dann gehen wir zusammen in Cafes oder in den Park. Ein unvergesslicher Moment wird mein 19. Geburtstag sein, da hatten ein paar Schüler der 11. Klasse mich in den Romanescu Park eingeladen und haben mir eine Rose, sowie ein Armband geschenkt.



4. Was ist, deiner Meinung nach, besonders an unserer Stadt? Was ist deine Lieblingssache in Craiova?


Marie: Craiova hat tolle Parks, wie den Romanescu Park oder den botanische Garten. Auch die vielen wundervollen Cafes mag ich hier sehr.

Besonders finde ich die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft von den Menschen hier bemerkenswert.



5. Fällt dir irgendwas über Deutschland ein, was du hier in Rumänien vermisst?


Marie: BROT!!!!! Ich vermisse das deutsche Brot sehr. In Deutschland habe ich jeden Tag Brot gegessen - hier esse ich es kaum.

Aber ansonsten habe ich mich in Rumänien gut eingelebt.

6. Hast du ein Lieblingswort auf Rumänisch? Wenn ja, lass uns erfahren.


Marie: Mein Lieblings Wort ist "maimuță". Es klingt sehr lustig.

Gerade besuche ich einen rumänisch Sprachkurs, damit ich mich besser im Alltag verständigen kann.

7. Kannst du bitte einiges von deinen Reisen in Rumänien erzählen? Welche Städte hast du schon besucht?


Marie: Ich habe schon Bucuresti, Sibiu, Brașov, Caransebeș und Iași besucht.

Ich habe Weihnachten in Brasov verbracht, bin dann nach Caransebeș mit einer Freundin gefahren. Nach drei Tagen in Caransebes bin ich dann 15 Stunden, die insgesamt 850 km mit dem Zug nach Iași gefahren, um dort Silvester zu verbringen. Die Zugfahrt war zwar lang, aber auch sehr schön, so habe ich zum ersten Mal hier in Rumänien die Donau gesehen. Nach 5 Tagen in Iași, bin ich mit den anderen drei Mädchen nach București zu Freunden gefahren. Wo ich 3 Tage geblieben bin bevor ich zurück gefahren bin.

In dieser Zeit hatte ich sehr viel Spaß.



8. Kannst du uns von deiner Lieblingserfahrung in unserer Heimat berichten?


Marie: In Caransebeș wollte ich und eine Freundin ein Taxi bestellen, dass uns zum Bahnhof fährt. Leider konnte wir kein Rumänisch und die Frau am Telefon kein Englisch oder Deutsch. Obwohl wir mit Hilfe eines Übersetzers auf rumänisch ein Taxi bestellten, kam leider kein Taxi. Wir waren aber zu weit vom Bahnhof entfernt um zu laufen.

Deshalb fragten wir den Securitymann von der Schule, ob er uns ein Taxi bestellen könne. Dieser meinte, sein Sohn käme ihn jetzt abholen und er könnte uns zum Bahnhof fahren. Und in diesem Moment tauchte der Sohn mit dem Auto auf.

Es waren nur noch 10 Minuten bis unser Zug Abfuhr. Das nahm der Sohn des Securitymann zum Anlass um mit 70 km/h durch die Stadt zu rasen.

Am Ende kamen wir rechtzeitig am Bahnhof an. Leider hatte der Zug 25 Minuten Verspätung.

9. Möchtest du in der Zukunft Rumänien jemals wieder besuchen?


Marie: Auf jeden Fall. Rumänien ist so ein tolles Land. Die Landschaften sind wunderschön und die Hilfsbereitschaft, sowie Freundlichkeit vieler Rumänen ist bemerkenswert.

Meine Freunde aus Deutschland wollen deshalb jetzt auch nach Rumänien.

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